Anmerkung

Der Vorgänger, Peter Falkenhagen, war nach 50 Amtsjahren im Alter von 82 Jahren gestorben und hatte die Witwe Christine Marie geb. Riewoldt (vermutlich seine 2. Ehefrau), Enkelin des Pastors J. Simonis in Mestlin, hinterlassen. Nach dem Mestliner Kirchenbuch heiratete [Christines Vater] Joachim Riewoldt [die] Ursula Simonis 1668 Juli 8; die Falkenhagen, spätere Sellschopp, wird ihren ersten sel. Ehemann also frühestens 1686 geheiratet haben. Dann wäre sie - im günstigsten Falle - 17, er 65 Jahre alt gewesen! Eine Seltenheit war dergleichen in damaliger Zeit allerdings nicht. (Willgeroth, Pastoren III S.1330 f.)


In einem Schreiben von 1725 Dez. 6 an den Sup. Engelke bittet P. Simonis=Boitin für die arme Witwe «als meiner sel. Schwester Tochter, die ihre nach Gottes Willen merkliche Fata sowohl bei ihrem ersten sel. Eheherrn, H. Peter Falkenhagen, der etliche Jahre vom Schlag gerühret still zu Bette gelegen, als auch bei ihrem andern sel. Eheherrn, H. Joh. Andr. Selschop, nicht weniger trübselige Zeiten erlebet hat und itzt mit 6 zum Teil noch unmündigen Waisen in großem Elend und Dürftigkeit sitzet.» Bei der Auseinandersetzung mit dem neuen Pastor 1727 (von 1724 Okt. bis 1727 Sept. war Vakanz) unterschrieb ihr Beistand, P. Stastius=Ruchow, das Protokoll in ihrem Namen, »weil die Frau Witwe des Schreibens unerfahren.« (Willgeroth, Pastoren III S.1331 f.)

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